Aufruhr des Schweigens

Mit Kunst gegen Gewalt an Frauen

Gewalt und Diskriminierung stellen eine Verletzung des Menschenrechts auf ein gewaltfreies Leben dar. Doch was für viele Frauen Alltag ist, wird gesellschaftlich noch immer tabuisiert. Es gilt, das Ausmaß erkennbar zu machen und auch hierzulande neue Wege zu gehen, um Bewusstheit und Veränderung zu erreichen.

 

Einen dieser neuen Wege beschreitet die Schweizer Künstlerin und Psychotherapeutin Franziska Greber mit dem von ihr initiierten, internationalen und partizipativen Kunstprojekt WOMEN IN THE DARK.

 

Franziska Greber gibt Frauen die Möglichkeit, auf weißen Blusen oder anderen landestypischen Kleidern (z.B. Schals in Indien) mit rotem Permanentstift ihre Erfahrungen, Verletzungen, Hoffnungen und Forderungen zu schreiben. Mit den beschrifteten Kleidungsstücken schafft die Künstlerin raumgreifende Installationen, die sie – begleitet von Video- und Soundinstallationen, Fotos und Textbüchern – zur Ausstellung bringt. 

 

WOMEN IN THE DARK wird in enger Kooperation mit Frauen- oder Menschenrechts-Organisationen im jeweiligen Land umgesetzt und der Schreibprozess von lokalen NGOs begleitet. Diese tragen das Thema Gewalt an Frauen nicht nur mit in die Öffentlichkeit, sondern veranstalten parallel zu den Ausstellungen Diskussionsrunden, Lesungen oder Performances.

 

690 Frauen | 690 Blusen | 690 Überlebensgeschichten​

Nach Simbabwe, den Seychellen, Mauritius, China, Indien, Chile und der Schweiz kommt das Projekt nun auch nach Deutschland.

 

Unter dem Titel WOMEN IN THE DARK aufruhr des schweigens werden genderbasierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt ans Licht gebracht, die jede 3. bis 4. Frau in Deutschland erlebt.

 

Hierzu haben der PARITÄTISCHE in Bayern und die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen, BIG e.V., als Kooperationspartner*in über 100 Organisationen aus 12 Bundesländern zur Teilnahme motiviert. Über diesen Weg konnten 690 betroffene Frauen ermutigt werden, in über 30 Sprachen ihre ganz eigenen Botschaften auf weiße Blusen zu schreiben. 

 

Wie in den anderen Ländern zuvor, erschafft Franziska Greber aus den beschrifteten Blusen wieder eine raumgreifende Installation und bringt sie zusammen mit den Texten in einer Soundinstallation und in Buchform zur Ausstellung.

 

Realisiert wird WOMEN IN THE DARK – aufruhr des schweigens als Wanderausstellung von WOMEN IN THE DARK Deutschland e.V.. Der 2019 gegründete gemeinnützige Verein will damit einen Beitrag zur Wahrung der Grundrechte von Frauen und ihrer Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen leisten.

 

Die Eröffnung der Ausstellung findet  in München in der Pinakothek der Moderne im Rahmen des „DENKRAUM DEUTSCHLAND 2021 feminin – die soziale und politische Kraft des Weiblichen“ im Oktober 2021 statt. Weitere Ausstellungen sind bisher in Berlin, Hannover und der Kunsthalle Rostock (November/Dezember 2022) geplant.

 

Weiterführende Informationen zu WOMEN IN THE DARK und der Künstlerin unter: www.womeninthedark.org.

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„Es ist ein Stück Traumaverarbeitung.“
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„Ich selbst kann entscheiden, was auf die Bluse kommt, was ich mitteilen möchte. Selbst die Buse kann ich mir aussuchen!“
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„Ich habe die Möglichkeit, mich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, aber auch meine Wünsche an die Zukunft zu formulieren. Das Negative ist vergangen. Ich möchte auf eine positive Zukunft schauen. Das geht durch dieses Projekt, durch meine Bluse!“
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„Ich hatte bis jetzt keinen Kontakt mehr zu meiner Tochter. Als ich von dem Aktionstag erfahren habe, hatte ich den Mut, meine Tochter, die auch betroffen ist, anzurufen und sie zu fragen, ob sie mitkommen möchte. Jetzt sind wir beide hier. Das ist ein ganz besonderer Tag und ein ganz besonderer Anlass und darüber freue ich mich!“
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„Ich fühle mich jetzt wie eine richtige Künstlerin! Ich konnte bisher mit so Kunst nicht viel anfangen, aber bei meiner Bluse hab ich das Gefühl es ergibt richtig Sinn was vorne und was hinten und was auf welchem Ärmel steht!“
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„Ich habe mir im Vorfeld ganz viele Gedanken gemacht und war im Prozess mit mir selbst. Jetzt ist es klarer und ich weiß genau, was ich auf die Bluse schreiben möchte. Es ist, als ob ich eine Last ablegen kann.“
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„Die Bluse nach dem Gestalten bewusst wegzuhängen fühlt sich richtig entlastend, gut an!“
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„Auf der Bluse soll nichts Verschöntes stehen. So war es, ist es und wird es bleiben. Auch wenn ich durch Hilfen jetzt häufiger Phasen haben, in denen es mir gut geht und ich hoffnungsvoll in die Zukunft schaue...“
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„Noch vor 1,5 Jahren hätte ich mich das gar nicht getraut, so offen über die gelebte Gewalt zu schreiben (und das auch so für die Außenwelt festzuhalten). Ich bin doch schon weiter gekommen... ich bin richtig aufgeregt.... und stolz auf mich!“
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